In der Hotellerie fallen täglich große Mengen Wäsche an. Heutzutage gibt es hochmoderne Waschverfahren, die die “Wäscheberge” so energiesparend wie möglich “beseitigen”. Der Forschungsbedarf hierin ist sehr hoch, denn innovative Waschprozesse stellen besondere Anforderngen an  verschiedene Wirkungen von u.a. Waschmitteln. Gerade bei Rückständen von kosmetischen Produkten wird dies schwierig. Hier kommt der Begriff Polyqaternium ins Spiel. Wir erklären Ihnen was dieser Begriff für Ihre Textilien bedeutet und was es damit auf sich hat.

Die chemisch-physikalische Wirkung von Waschmitteln ist ein wichtiger Bestandteil bei der industriellen Reinigung von Hoteltextilien. Der abgelöste Schmutz der Textilien muss als stabile Lösung (Dispersion) im Wasser erhalten bleiben, damit dieser nicht wieder auf die Faser gelangt.  Um das erneute Anlagern von bereits gelösten Schmutzpigmenten auf dem Textil (Redeposition) zu verhindern, sind verschiedene Aspekte zu beachten. Besonders Rückstände von kosmetischen Produkten und Körperpflegemittel, worin Silikone und Polyquats enthalen sind, können nicht umkehrbare Vergrauungen und irreparable Verfleckungen bei weißen Textilien aber auch bei Baumwoll-Polyester-Mischgewebe verursachen.

Was ist Polyquaternium und was ist der Grund für die Verfleckungen/Vergrauungen?

Polyquaternium sind quaternäre Ammoniumverbindungen, deren Derivate(1*) quartäre Stickstoffatome besitzt, d.h. alle viel Wasserstoffatome des Ammonium-Ions sind durch organische Reste ersetzt. Die Verbindungen besitzen somit eine positive Ladung. Textile Oberflächen dagegen besitzen vorwiegend negative Ladungen. Durch die negative Ladung haftet Polyquaternium besonders gut auf Textilien. Enthalten sind Polyquaternium-Verbindungen in Shampoos oder Duschgels. Wenn derartige Verbindungen in erhöhten Konzentrationen auf textile Oberflächen kommen, z.B. bei der Zweckentfremdung von Handtüchern zum Aufwischen von Pflegeprodukten, werden diese Verbindungen am Textil irreversibel fixiert und im Waschprozess wird der Pigmentschutz daran gebunden. Dadurch entstehen dunkle Verfleckungen und/oder Vergrauungen. Aufgrund einer elektrostatischen WEchselwirkung treten die Flecken nach dem Waschen auf.

Welche Textilien sind betroffen und was bedeutet dies für die Textilien?

Vor allem im Bad- oder im Wellness-Bereich eingesetzte Textilien (Frottierhandtücher, Duschtücher, Bademäntel, Waschhandschuhe) sind  betroffen. Die Lebensdauer der Textilien, die mit Polyquaternium in Verbindung kommen, sinkt dadurch deutlich. Eine Entfernung der Flecken, ohne die Textilien merklich zu schädigen, ist derzeit noch nicht möglich. Eine leichte Aufhellung kann erzielt werden, die jedoch bei weitem nicht den Qualitätsansprüchen in der Hotellerie entspricht.

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Was ist die Lösung?

Hotels sollten ihr Personal (Housekeeping oder externe Reinigungsfirmen) entsprechend schulen, dass Textilien, vor allem Frottierhandtücher, nicht zum Aufwischen von Pflegeprodukten geeignet sind. Auch die Gäste der Hotels sollten so gut es geht mit Flyer erinnert werden, dass die Frottierwäsche nicht in Kontakt mit Pflegeprodukten wie Shampoo, Duschgel, etc. in Kontakt kommen sollte.

Wir von Blycolin informieren unsere Kunden gerne über die Problematik des Zusatzstoffs Polyquaternium.

(1*)Derivat: Chemische Verbindung, die aus einer anderen Verbindung entstanden ist.