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25 März 2026

SaXcell-Handtuch seit 1 Jahr im Einsatz: erste Ergebnisse

Zirkuläre Textilkette Schritt für Schritt näher

Zirkularität im Textilbereich klingt vielversprechend, ist jedoch nicht einfach. Entwicklungen finden statt. Neue Fasern und zirkuläre Lösungen folgen in hohem Tempo aufeinander, doch zwischen Idee und skalierbarem Produkt liegt Zeit. Mit SaXcell-Garnen in Frottierwaren entsteht eine vielversprechende Perspektive.

Von der Innovation zur Anwendung

SaXcell wandelt gebrauchte Baumwolle durch chemisches Recycling in eine neue Zellulosefaser um. Dadurch entsteht die Möglichkeit, Textilien tatsächlich von Faser zu Faser zu recyceln. Die Faser ist mit neuer Baumwolle vergleichbar und kann sogar stärker sein, während für die Produktion deutlich weniger Wasser benötigt wird. Während die herkömmliche Baumwollproduktion Tausende Liter Wasser pro Kilogramm erfordert, liegt der Verbrauch bei SaXcell bei etwa 10 Litern.

Doch eine neue Faser in einem bestehenden Produkt sagt noch nichts darüber aus, wie sich dieses Produkt in einem industriellen Waschprozess mit hohen Temperaturen, Chemikalien und mechanischer Belastung verhält.

Die SaXcell-Faser wird aus gebrauchten Textilien hergestellt.

Das bedeutet: weniger Einsatz von landwirtschaftlicher Fläche, Wasser und Chemikalien im Vergleich zum Anbau neuer („virginer“) Baumwolle. Es werden nur etwa 10 Liter Wasser pro Kilogramm Fasern verwendet, im Gegensatz zu den Tausenden Litern bei neuer Baumwolle.

Tests in der Praxis

Im Jahr 2022 wurden die ersten Blycolin-Handtücher mit 65 % SaXcell-Garnen im Frottierschlingenbereich des Gewebes entwickelt, in Zusammenarbeit mit Wevotex und SaXcell. In der Praxis muss Hotel- und Gastronomietextil intensiven Wasch-, Trocknungs- und Mangelprozessen standhalten. Dabei gilt ein Grundsatz: Ein zirkuläres Produkt muss mindestens die gleiche Lebensdauer haben wie ein konventionelles Produkt.

Nach mehreren Produktionen und umfangreichen Waschtests in industriellen Wäschereien wurde der nächste Schritt gemacht: Tests unter realistischen Bedingungen. Bei einem Kunden in Deutschland läuft inzwischen seit über einem Jahr ein Praxistest. Die Wäsche durchläuft vollständig den regulären Prozess, Tag für Tag. Der Kunde ist zufrieden und die Qualität bleibt stabil.

Warum dies mehr erfordert

Die Ergebnisse sind positiv, zeigen jedoch auch, warum eine Skalierung nicht selbstverständlich ist. Chemisches Recycling, wie bei SaXcell, ermöglicht es, hochwertige Fasern zurückzugewinnen. Gleichzeitig liegt das Kostenniveau noch über dem traditioneller Materialien.

Die Skalierung ist daher nicht nur eine technologische Herausforderung, sondern auch eine Marktfrage. Erst wenn ausreichend Nachfrage nach zirkulären Materialien entsteht und Kunden sowie Verbraucher bereit sind, darin zu investieren, kann eine Produktion im größeren Maßstab erfolgen.

Das bedeutet auch, dass Zirkularität eine bewusste Entscheidung bleibt, bei der Wirkung und Preis in Einklang gebracht werden müssen. Genau darin liegt der Schlüssel. Wirkung entsteht nicht nur durch Innovation, sondern durch Anwendung. Durch Volumen. Und das erfordert Zusammenarbeit innerhalb der Kette.

Skalierung erfordert Zusammenarbeit

Mit dem Bau einer Fabrik in Enschede wird ein wichtiger Schritt in Richtung Skalierung gemacht. Doch Technologie allein reicht nicht aus. Die nächste Phase erfordert gemeinsame Entscheidungen entlang der gesamten Textilkette, vom Produzenten bis zum Anwender, sowohl in der Wäschereiindustrie als auch in der Modebranche. So rückt eine zirkuläre Textilkette Schritt für Schritt näher.

Für Blycolin ist die Ambition klar: Bis 2050 sollen 100 % der eigenen Textilabfälle zu neuen Rohstoffen verarbeitet werden. Innovationen wie SaXcell zeigen, dass diese Richtung erreichbar ist.

Die Beschleunigung liegt in der Zusammenarbeit und in der Bereitschaft, gemeinsam in zirkuläre Lösungen zu investieren.

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