Mehr als nur ‚Seife‘
Viele Hoteliers stellen sich dieselbe Frage: Wie nachhaltig ist das Waschmittel, das zum Waschen ihrer Wäsche verwendet wird? Laut Gerard Bakker, Operational Director Laundry Technology Netherlands bei Christeyns, beginnt die Antwort mit einem besseren Verständnis des gesamten Waschprozesses.
„Viele Menschen denken beim Waschen an ein einziges Produkt, das alles erledigt. In einer Industriewäscherei funktioniert das ganz anders.“
„Zu Hause ist alles in einem Komplettwaschmittel oder einer Waschkapsel enthalten, in der alle Komponenten zusammen sind. In einer Industriewäscherei funktioniert das viel präziser.“ In großen Industriewaschmaschinen wird genau das, was im Prozess benötigt wird, genau zur richtigen Zeit dosiert. Entfetter, Bleichmittel und andere Komponenten werden separat hinzugefügt und auf Textilart, Verunreinigung und Temperatur zugeschnitten. So wird nur das wirklich Notwendige verwendet. „Ein Verbraucher verbraucht zu Hause leicht etwa 15 Liter Wasser pro Kilo Wäsche. In einer modernen Wäscherei ist dies deutlich geringer, weil die Prozesse kontinuierlich laufen, Wasser effizienter genutzt wird und nach dem Filtern teilweise wiederverwendet wird.“ „Zu Hause läuft manchmal eine Waschmaschine anderthalb Stunden. In einer Wäscherei ist dieser Vorgang oft innerhalb einer halben Stunde erledigt.“
Intelligenter Waschen mit geringerer Umweltbelastung
Laut Gerard haben sich Waschprodukte in den letzten Jahren stark verändert. „Früher brauchte man höhere Temperaturen und größere Mengen an Chemikalien. Heutzutage geht es viel mehr um niedrigere Temperaturen, kluge Dosierung und effizienteres Waschen.“ Neue Techniken wie Cool Chemistry ermöglichen es, auch bei niedrigeren Temperaturen ein hygienisches Ergebnis zu erzielen. Dies senkt den Energieverbrauch und verringert die Belastung für Textilien.
Auch die modernen Mittel haben sich verändert. Produkte werden immer konzentrierter und besser biologisch abbaubar. Dadurch werden kleinere Mengen benötigt und auch der Transport- und Verpackungsverbrauch reduziert. „Mit intelligenterem Waschen kann man die Umweltbelastung an Orten reduzieren, die Kunden oft nicht sofort sehen.“
Alles, was man dosiert, gelangt auch ins Abwasser
Was viele Kunden nicht wissen, ist, dass verwendete Waschmittel schließlich über das Abwasser in die Wasseraufbereitungsanlage gelangen. Deshalb liegt der Fokus stark auf biologisch abbaubaren Produkten und den niedrigstmöglichen Dosierungen. „Alles, was man dosiert, gelangt letztendlich auch ins Abwasser Deshalb werden Produkte immer besser biologisch abbaubar und wir arbeiten mit viel niedrigeren Dosierungen als früher.“
Wasseraufbereitungsanlagen sind darauf ausgelegt, biologisches Abwasser zu verarbeiten. Die biologisch abbaubaren Komponenten dienen sogar als Nahrung für Bakterien im Reinigungsprozess.
Sicherheit erfordert Wissen und Disziplin
In Wäschereien wird mit hochkonzentrierten Mitteln gearbeitet. Deshalb spielen Sicherheit und Schulung eine große Rolle. Die Mitarbeiter werden in der Verwendung von Produkten, Sicherheitsverfahren und der Farbcodierung von Mitteln geschult. „Man kann nicht einfach mit diesen Produkten arbeiten. Die Leute müssen wissen, was sie tun.“
Darüber hinaus sind Systeme so gestaltet, dass falsche Kombinationen von Mitteln so weit wie möglich verhindert werden. Laut Gerard liegt Sicherheit daher nicht nur in den Produkten selbst, sondern insbesondere in Schulungen, Prozessen und Bewusstsein am Arbeitsplatz.
Innovation bestimmt den nächsten Schritt
Christeyns arbeitet seit Jahrzehnten mit Blycolin zusammen, um die Waschprozesse weiter zu verbessern. Dabei verlagert sich der Fokus zunehmend auf Innovation, Zirkularität und den effizienten Einsatz von Rohstoffen. „Unsere Stärke liegt darin, den gesamten Prozess intelligenter zu machen. Dort gibt es noch viel zu gewinnen.“ Laut Gerard spielen Entwicklungen wie Cool Chemistry, Enzymtechnologie und Wasserwiederverwendung dabei eine immer wichtigere Rolle. Intelligenteres Waschen bei niedrigeren Temperaturen senkt den Energieverbrauch und hält Textilien länger nutzbar. Seiner Ansicht nach werden auch zirkuläre Textilfasern eine größere Rolle im Sektor spielen. Nicht nur, um die Umweltauswirkungen zu verringern, sondern auch, weil Rohstoffe immer knapper werden. „Letztendlich kann man diese Schritte nur gehen, wenn die ganze Kette mitzieht. Maschinen, Chemikalien, Wäsche und Textilien beeinflussen sich gegenseitig.“
„Professionelles Waschen ist viel mehr als nur ein Waschmittel“
– Gerard Bakker, Operational Director – Christeyns