Von der Strategie zum sichtbaren Ergebnis
Nachhaltigkeit gewinnt erst dann an Bedeutung, wenn Ambitionen in der Praxis sichtbar werden. Im neuen ESG-Bericht 2025 zeigt Blycolin, welche Fortschritte in den Bereichen CO₂-Reduktion, Kreislaufwirtschaft, Zusammenarbeit in der Lieferkette und Transparenz erzielt wurden. ESG-Managerin Nicolet Keetelaar erläutert, wie die Strategie in konkrete Ergebnisse umgesetzt wurde und welche Herausforderungen und Entscheidungen damit verbunden waren.
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Von Erkenntnissen zu informierten Entscheidungen
Das vergangene Jahr drehte sich ganz darum, Erkenntnisse zu gewinnen. Es wurde viel in das Sammeln, Überprüfen und Verstehen von Daten investiert. „Wir hätten Ziele schneller formulieren können, aber nicht mit derselben Gewissheit.“ Dieser Ansatz hat zu einem festeren Fundament geführt. Nicht nur Zahlen, sondern auch mehr Wissen über Prozesse und Auswirkungen. Das schafft Raum für gezielteres Management und ein fundiertere Entscheidungsfindung.
Darüber hinaus wurde ein bewusster Fokus auf drei Themen gelegt: CO₂-Reduzierung, Kettenkooperation und Materialentscheidungen. „Wir haben uns angesehen, wo wir die größte Wirkung erzielen können, und genau dort haben wir den Schwerpunkt gesetzt. “Konkrete Fortschritte sind bei diesen Themen sichtbar. CO₂-Emissionen und Wasserverbrauch werden auf transparentere und nachweisbare Weise reduziert, der Anteil nachhaltigerer Materialien wächst und Entscheidungen basieren zunehmend auf Daten statt auf Annahmen.
„Wir haben schon viel gemacht. Nur jetzt machen wir es sichtbar.“
Die größten Herausforderungen: Balance zwischen Nachhaltigkeit, Qualität und Kosten
Die Praxis zeigt, dass nachhaltige Entscheidungen immer Teil einer umfassenderen Überlegung sind. „Qualität ist unser Daseinszweck. Wenn sie sich verschlechtert, müssen wir schneller ersetzen. Dann handelt man letztendlich weniger nachhaltig.“ Maßnahmen wie weniger Wasserverbrauch oder andere Materialwahl haben einen direkten Einfluss auf Leistung, Lebensdauer und Kosten. Gleichzeitig steht der Preis am Markt unter Druck, und nicht jeder Kunde ist bereit, zusätzlich zu investieren.
„Einerseits will man sehr nachhaltig sein, aber das bedeutet, dass man investieren muss.“ Darüber hinaus ist die Lebensdauer neuer, nachhaltigerer Materialien in der Praxis nicht immer nachgewiesen. Dies erfordert einen gestaffelten Ansatz, bei dem Tests, Lernen und Anpassungen durchgeführt werden, bevor die Skalierung hochgefahren wird.
Je nach Kette: Kooperation bestimmt das Tempo
Ein großer Teil der Auswirkungen entsteht in der Kette. Von Lieferanten, Wäschereien und Kunden. „Wir schaffen das nicht allein.“ Im vergangenen Jahr hat sich die Zusammenarbeit intensiviert. Lieferanten liefern häufiger Daten, Wäschereien liefern mehr Einblicke und Gespräche werden substanzieller. Die Treffen mit Partnerwäschereien haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Sie sind aktiv an den ESG-Ambitionen und dem Datenerhebungsprozess beteiligt. „Vor drei Jahren war es nicht selbstverständlich, Daten miteinander zu teilen.“
Gleichzeitig bleibt Abhängigkeit eine Herausforderung. Nicht alle Partner bewegen sich im gleichen Tempo, was manchmal dazu führt, dass Kooperationen überdacht werden müssen. Auch die Kunden spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Sie stellen spezifischere Fragen zu Auswirkungen, Daten und Materialnutzung und erwarten Transparenz. Dies erfordert eine fundierte Grundlage und klare Entscheidungen.
Wenn ESG wirklich zum Leben erwacht
Der Wandel wird sichtbar, wenn ESG Teil der täglichen Arbeit wird. „Wenn Kollegen selbst Ideen entwickeln, wenn sie aktiv mit Kunden und Stakeholdern sprechen, dann ist es kein kleines Projekt mehr.“ Diese Bewegung hat inzwischen begonnen. ESG wird zunehmend in Entscheidungen und Prozesse innerhalb des Unternehmens einbezogen.
Stolz auf die Entwicklung
Der größte Schritt ist der Übergang von der Ambition zur Umsetzung. „Ich bin besonders stolz darauf, dass wir es von einem Ambitionspunkt zur Umsetzung gebracht haben.“ Dieser Prozess war intensiv und verlangte viel vom Unternehmen. „Es hat viel Blut, Schweiß und Tränen und vielleicht Irritationen und Druck gekostet.“ Gleichzeitig ist das Ergebnis sichtbar. ESG ist zunehmend in Prozesse, Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit integriert, auch über nationale Grenzen hinweg. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern und Teams wird immer intensiver und konsistenter, sodass der Ansatz zunehmend einheitlicher wird. „Es wird immer selbstverständlicher.“
Wo man früher noch dachte: „Das wird nie funktionieren“, sieht Nicolet nun, dass ESG zunehmend Teil der Arbeitsweise und des gemeinsamen Wertversprechens wird. „Es wird immer konkreter, was Nachhaltigkeit bedeutet.“
Was hat mich am meisten überrascht?
Die Geschwindigkeit, mit der sich die Außenwelt verändert. Kunden, Partner und Stakeholder stellen zunehmend gezielte Fragen und erwarten mehr Transparenz. Neue Gesetze und Vorschriften beschleunigen diese Entwicklung weiter. Gleichzeitig wird deutlich, wie komplex es ist, alles sofort zu erfüllen, zum Beispiel bei der Datenerhebung in der Kette und der Beantwortung immer spezifischerer Kundenfragen. „Die Erwartungen steigen schnell. Das erfordert auch vom Unternehmen, in diesem Prozess mitzuwachsen.“
Blick nach vorne: Fokus auf Zirkularität und Kettenkooperation
In den kommenden Jahren wird sich der Fokus auf Zirkularität und weitere Zusammenarbeit in der Kette verlagern. Die Wiederverwendung von Textilien und das Abschließen von Zyklen spielen dabei eine wichtige Rolle, teilweise unter dem Einfluss neuer Gesetze und Vorschriften. „Wir müssen diesen Schritt gehen. Aber das können wir nicht allein schaffen.“ Dabei bleibt Fokus entscheidend, um den Fortschritt aufrechtzuerhalten.
„Man muss Entscheidungen treffen, sonst bewirkt man nichts.“
Nicolet Keetelaar, ESG-Managerin – Blycolin